Spas und Models: Aktfotografie in ihrer Historie
Posted on 30. Aug, 2011 by admin in Allgemein
Aktfotografie hat in den Augen vieler immer noch einen etwas zweifelhaften Ruf. Dabei gehört diese Art der Fotografie zur Hohen Schule für Fotografen und gesellt sich damit zu den Porträtaufnahmen. Schon die Studenten auf Kunsthochschulen lernen, dass für gekonnte Aktaufnahmen technische Fertigkeiten ebenso eine wichtige Rolle spielen, wie der Umgang mit dem Licht, welches gerade in diesem Bereich als Gestaltungsmittel zum Einsatz kommt. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Wahl der richtigen Lokalität und des richtigen Hintergrunds. Teilweise werden sehr aufwendige Kulissen genutzt, um die Models in Szene zu setzen. Die Kosten für solche Kulissen, etwa einen Jacuzzi, können sehr hoch sein, aber natürlich muss sich ein Student der Kunst oder der Fotografie keine Spas online kaufen, sondern kann sich eine Lokalität anmieten, in der bereits ein Whirlpool vorhanden ist. So können es sich auch Studenten leisten, künstlerisch anspruchsvolle Aktfotografien zu gestalten. Voraussetzung für gute Bilder ist allerdings der Besitz einer dementsprechend hochwertigen Kamera. Mit einer normalen Kompaktkamera können zwar auch einigermaßen brauchbare Fotos entstehen, allerdings sollte es für ambitionierte Aufnahmen schon eine gute Spiegelreflexkamera sein, da diese einfach mehr Einstellmöglichkeiten bieten. Lampen, Lichtdiffusoren, Reflektoren und alle sonstigen Utensilien, die für die Studiofotografie benötigt werden, können zwar auch angemietet werden, allerdings empfiehlt es sich auf lange Sicht, diese Dinge selbst zu kaufen. Besonders dann, wenn man sich schon während des Studiums mit dem Gedanken beschäftigt, ein eigenes Fotostudium einzurichten. Zur passenden Ausrüstung gehört übrigens auch geeignete Bildbearbeitungssoftware, die zur Nachbearbeitung der Aufnahmen eingesetzt wird.
Von der Aktmalerei zur Aktfotografie
Der Akt gehört zu den klassischen Motiven der bildenden Kunst. Schon die frühen Hochkulturen, wie zum Beispiel die Inder, Kreter oder Ägypter kannten Aktdarstellungen. Über die griechische Kultur und mit Abstrichen auch durch die Kunst im Mittelalter lässt sich die Entwicklung der Aktmalerei bis ins Europa der Neuzeit weiter verfolgen. In der Renaissance wurde dann erstmals das Studium menschlicher Körper an Kunstakademien gelehrt. Seitdem gehört es zur Ausbildung von Kunststudenten. Die Erfindung der Fotografie im 19. Jahrhundert hatte anfangs keinen Einfluss auf die Aktmalerei, da die Belichtungszeiten zunächst sehr lang waren. Bis zu 30 Minuten dauerte es, bis eine Fotoplatte belichtet war, was Fotografien von Menschen zu einem nahezu unmöglichen Unterfangen machte. Mit der Entwicklung lichtempfindlicherer Fotoplatten entstanden aber schnell die ersten Porträt- und Aktaufnahmen. Unter den ersten Aktfotografen befand sich unter anderem auch der französische Maler Eugène Delacroix (siehe Wikipedia).
Berühmte Vertreter der Aktfotografie
Einer der berühmtesten Vertreter der Aktfotografie war ohne Zweifel der australische Fotograf Helmut Newton. Newton machte sich zunächst als Modefotograf einen Namen, wandte sich aber schon früh auch der Aktfotografie zu. Er entwickelte im Lauf der Zeit seinen eigenen Stil, der nicht unumstritten war. So wirken seine Bilder teilweise sehr kalt, was Kritiker dazu brachte, ihn als Frauenfeind darzustellen. Auszeichnungen mit zahlreichen Preisen, wie etwa dem „World Image Award“, belegen andererseits die Wertschätzung, die ihm für seine Bilder entgegenbracht wurde. Auf www.whoswho.de ist eine Biografie des 2004 verstorbenen Fotografen zu finden. Seine Bilder eignen sich aufgrund ihrer surreal-skurrilen Art im Übrigen hervorragen für das Kunststudium. Durch die Analyse von Newtons Fotografien lernen die Studenten, wie eine bestimmte Atmosphäre oder Stimmung aufgebaut werden kann.
Weitere bekannte Aktfotografen und Schöpfer teilweise kontrovers diskutierter Bilder sind zum Beispiel Jeff Koons, der sich gefährlich nahe am Rand zum Kitsch bewegt, Nan Goldin, die versucht, mit ihren Bildern Zwänge und innere Ängste zu zeigen oder Bettina Rheims, die den Betrachter mit ihrer Direktheit schockieren will.
Die unterschiedlichen Arten der Aktfotografie
Bei der Aktfotografie geht es in erster Linie darum, den menschlichen Körper möglichst ästhetisch zu zeigen. Die Grenzen zur erotischen Fotografie verlaufen dabei allerdings fließend. Eine Tatsache, die übrigens immer wieder für jugendschutzrechtliche Schwierigkeiten bei Kunstausstellungen sorgt, die diese Form der Fotografie thematisieren. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Darstellungsformen der Aktfotografie. Der klassische Vollakt zeigt ein vollständig nacktes Model, welches meist vor einem einfachen Hintergrund platziert ist. Beim Halbakt ist das Model teilweise bekleidet oder von Objekten zum Teil verdeckt. Die dritte Darstellungsform konzentriert sich auf Detailansichten des Körpers. Dabei können Details mit Betonung auf besonderen Formen oder Strukturen dargestellt werden. Auch anonymisierte Nahaufnahmen sind dem Bereich „Detailansichten“ zuzuordnen. Diese drei Grundformen werden in der Praxis in etliche Sub-Genres aufgefächert. So spielen High-Key oder Low-Key-Aufnahmen beispielsweise mit Kontrasten und Licht, um den Bildern eine besondere künstlerische Note zu geben. Viele weiterführende Informationen rund um das Thema Aktfotografie bietet die Enzyklopädie der Aktfotografie. Auch Kunststudenten dürften auf dieser Seite die eine oder andere Anregung finden, die sie dann bei ihren eigenen Bildern umsetzen können.
