Design bei der Dunstabzugshaube als Spiegel der Zeitgeschichte
Posted on 02. Sep, 2011 by Redakteur in Allgemein
Es kann gar keine Generation ausgenommen werden: in Omas Küche fühlte sich jeder wohl, gleich ob er heute 20 oder 80 Jahre alt ist. Die Erinnerungen daran sind ebenfalls immer mit den gleichen Worten zu beschreiben. Alte Geräte, ein typisches Geschirr, aber auch völlig andere Zubereitungsweisen sind aus den früheren Zeiten bekannt. Nicht selten wird diese Romantik, die mit alten Küchen einhergeht, auch in der Fotokunst thematisiert. Die Stilleben aus den vergangenen Zeiten sind nicht selten sogar Dekoration in modernen Küchen, in denen nichts mehr an einen alten Küchenherd erinnert. Moderne Küchen können jedoch auch in einem gewissen nostalgischen Design mit dem ganz eigentümlichen Charme eingerichtet werden. Zum einen ist dies durch die Gestaltung der Möbel möglich – da findet sich doch glatt in der geräumigen Küche, weiß und eher im Landhausstil gehalten, ein uralter eiserner und weiß lackierter Holzofen, der zwar nicht mehr benutzt wird, aber antikes Flair in die Deko bringt. Neben dieser schon recht extravaganten Dekoration stehen aber auch zig Optionen für andere Verschönerung mit alten Dingen in den Regalen im Möbelshop: Die auf alt getrimmte Kaffeemühle, die nostalgische Dose gleich passend dazu und viele andere, liebevoll kombinierte Details von Fotos bis hin zu Kochbesteck, das neu gekauft wurde, jedoch keinen Unterschied zu Omas Werkzeug aufweist.
Nostalgie vs. Moderne: Nicht alles ist besser
Klar will heute niemand die modernen Ceran- oder Induktionsöfen und die Dunstabzugshaube aus Edelstahl, passend aus dem www.dunstabzugshauben-shop.de gekauft, missen. Der Kühlschrank, auch im Stil der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts, jedoch mit modernster Technik ausgestattet, zu erhalten, darf nicht fehlen. Praktisches Plastikgeschirr erleichtert Aufbewahrung und Reinigungsarbeit, die jedoch dank Geschirrspüler ohnehin kaum noch der Rede wert ist. Und obwohl die Hausfrau von heute ihre anti-haft-beschichteten Töpfe und Pfannen nicht hergeben würde, steht als Dekoration auf der Fensterbank Omas alter, gusseiserner Topf, in dem ein Alpenveilchen fleißig blüht. Gleich daneben ein weiteres Relikt, das den Fotografen auf der Suche nach nostalgischen Stilleben vor Entzücken jubeln ließe: Das Bügeleisen aus vergangenen Tagen, noch mit Kohle zu befüllen oder über dem Feuer zu erwärmen: Niemand wünscht sich die Zeit zurück, in der die Arbeit so anstrengend war.
Doch die moderne Funktionalität bringt nicht immer nur Vorteile. Wie ein Blogeintrag auf www.purenature.de/blog/ auf beinahe erschreckende Weise zeigt, hat die Verbundenheit zur Nostalgie bei manchen Hausfrauen und Hausmännern heute durchaus ihren Grund. Nicht alles, was heute für eine moderne Küche gekauft werden kann, macht wirklich Sinn. Oftmals ist der Reinigungsaufwand moderner Haushaltsgeräte viel zu groß – gemessen an der Zeitersparnis deren Nutzung. Manches scheinbar nur dekorative nostalgische Stilleben in einer täglich genutzten Küche entsteht eigentlich aus reiner Überzeugung: Manches Essen schmeckt besser, wird es im alten Holzofen gebraten – und Bio und Mikrowelle in einem Atemzug ist ohnehin ein No-Go.
Fotokunst und Kunstgeschichte zum Thema Küche
In der Stern Fotocommunity view.stern.de ist ein guter Beweis dafür, wie sehr Kunstgeschichte, Fotokunst und Küche doch eine Einheit bilden können. Auf dem dort zu sehenden Bild ist eigentlich nichts anderes zu sehen, als eine Szene aus einer Küche, wie Oma und Uroma sie täglich benutzt haben. Aus der Selbstverständlichkeit der damaligen Zeit wurde eine Art Kunst des Rückblicks, des Vergessenen. Bei manchem Betrachter dieser Szenerie wird sich automatisch eine Erinnerung einstellen: Es riecht nach frisch gewaschener Wäsche, die mit der Mangel geplättet wird – oder nach leckerem Braten aus dem Ofen im Hintergrund. Aus der Kredenz an der Wand holte die geliebte Großmutter immer die Tasse, um sie mit leckerem Kakao zu füllen; zugleich bimmelte die Uhr die vertraute Melodie, wann immer die Stunde voll war. Nostalgie kann so einfach sein, so herrlich voller liebevoller Gedanken – aber eben auch Kunstgegenstand, Dekorationsmaterial oder eine anstrengende Deutungsarbeit im Studium.
